Zeitbild Wissen: Kernenergie - Die Situation in Deutschland - page 18

18
Zeitbild Wissen
In Deutschland sind etwa 95 Prozent der an-
fallenden nuklearen Abfälle schwach- und mit-
telradioaktiv. Etwa 5 Prozent sind hochradioaktiv,
enthalten aber 99 Prozent der gesamten Radioakti-
vität. Radioaktive Abfälle sollen für 1 Million Jahre
sicher von der Umwelt abgeschirmt werden. Inter-
national besteht Konsens, tiefe geologische Forma-
tionen für die Endlagerung zu nutzen.
In Deutschland gibt es vier Endlager bzw. End-
lagerprojekte, die unter der fachlichen Aufsicht des
BfS stehen: das Endlager Morsleben in Sachsen-
Anhalt, die Endlager Asse und Schacht Konrad
und das Erkundungsbergwerk Gorleben in Nie-
dersachsen. In Morsleben und der Asse befinden
Die Endlagerung von radioaktiven Abfällen in Deutschland ist
im Atomgesetz (AtG) geregelt. Demnach muss die Bundesregie-
rung Anlagen zur Sicherstellung und zur Endlagerung radioak-
tiver Abfälle einrichten. Die Zuständigkeit innerhalb des Bundes
liegt beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit (BMU) mit seiner nachgeordneten Behörde,
dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
Endlagerung von radioaktiven
Abfällen in Deutschland
sich bereits radioaktive Abfälle, es finden jedoch
keine neuen Einlagerungen mehr statt. Aufgrund
von Wasserzuflüssen in die unterirdischen Lager-
räume prüft die Behörde gegenwärtig Möglich-
keiten, die Abfälle in der Asse aus dem Bergwerk
zurückzuholen. Das stillgelegte Eisenerzbergwerk
Schachtanlage Konrad, nahe Salzgitter, ist als End-
lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle
gesetzlich genehmigt und wird für die Einlagerung
der Abfälle ausgebaut.
Gorleben als Endlager?
Am Standort Gorleben befindet sich ein unbe-
rührter Salzstock (anders als die Asse, die früher
als Salzbergwerk diente und riesige Hohlräume
enthält, vergleichbar einem groben Schwamm),
der seit 1979 auf seine Eignung als mögliches End-
lager für hochradioaktive Abfälle hin untersucht
wird – die sogenannte Erkundung. Nach Auffas-
sung vieler Fachleute lassen sich radioaktive Abfäl-
le in Salzformationen besonders sicher lagern:
• Salzlagerstätten weisen eine besonders hohe
geologische Stabilität auf, verändern sich also
über lange Zeiträume hinweg nicht; der Salz-
stock Gorleben z. B. existiert über 200 Mio.
Jahre.
• In Salzstöcken lassen sich gut Hohlräume für
den Einlagerungsbetrieb anlegen.
• Das Innere von Salzlagerstätten steht nicht mit
dem Grundwasser in Verbindung. Damit kann
Technische Messungen in Gorleben
1...,8,9,10,11,12,13,14,15,16,17 19,20,21,22,23,24,25,26,27,28,...36
Powered by FlippingBook