Zeitbild Wissen: Kernenergie - Die Situation in Deutschland - page 19

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Zeitbild Wissen
Ein
Salzstock
ist nach heutigen
Erkenntnissen für die End-
lagerung besonders gut geeignet,
weil das Steinsalz u.a.
Deckgebirge
Salzstock
Schacht 1
Schacht 2
Länge des Streckensystems: ca. 7 km
Sohle
840 m
Sohle
870 m
870-m-Sohle
gert werden
die Wärme des nuklearen Abfalls
gut ableitet.
den nuklearen Abfall unwieder-
bringlich umschließt.
e über
der
Kölner Doms.
sind es Tongesteine, in den USA ist dies vulkanischer Tuffstein, in
Finnland und Schweden Granit. In Finnland und in Schweden, wo
sich Gemeinden um den Endlagerstandort beworben hatten, wur-
den bereits Standorte für ein Endlager hochradioaktiver Abfälle aus-
gewählt.
Forschen für die Entsorgung
Wegen der zum Teil sehr langen Halbwertzeit einiger Radionuk-
lide müssen hochradioaktive Abfälle über sehr lange Zeiträume si-
cher von der Biosphäre abgeschirmt werden. Mithilfe der sogenann-
ten Transmutation werden durch Neutronenbeschuss langlebige
Isotope umgewandelt (transmutiert) und es entstehen letztendlich
radioaktive oder stabile Spaltprodukte. Auch in Deutschland wird
auf diesem Gebiet geforscht. Solche Verfahren sind aber heute reine
Forschungsprojekte. Ob sie jemals kommerziell eingesetzt werden
können, ist offen, und sie können damit keine Grundlage für eine
verantwortungsvolle Entsorgungsplanung sein.
kein radioaktives Material ins Grundwasser
gelangen.
• Salz besitzt eine große Plastizität. Spalten und
Hohlräume schließen sich von selbst wieder.
• Salz verfügt über eine gute Wärmeleitfähigkeit,
damit kann die Wärme, die radioaktive
Abfälle erzeugen, gut abgeleitet werden.
Aus diesen Gründen halten Fachleute nach heu-
tigem Stand der Erkundung Gorleben als Endlager
für hochradioaktive Abfälle für geeignet. Es gibt
auch Fachleute, die bezweifeln, dass Salzlagerstät-
ten ganz allgemein und Gorleben im Besonderen
für die Endlagerung von radioaktiven Abfällen ge-
eignet seien. Problematisch sei beispielsweise der
mögliche, langsame Austritt von Schadstoffen aus
dem Salzstock durch Grundwassereinbrüche. Ge-
gen Gorleben sprächen außerdem beispielsweise
auch geologische Gründe wie eine Bruchzone im
Untergrund oder vermutete gasführende Schich-
ten. Die Fachmeinungen dazu sind allerdings
höchst widersprüchlich.
Die Suche geht weiter
In die Erkundung von Gorleben wurden bisher
1,6 Milliarden Euro investiert, die zu über 90 Pro-
zent von den Energieversorgungsunternehmen ge-
tragen wurden. Eine abschließende Entscheidung,
ob der Salzstock als mögliches Endlager geeignet
ist oder nicht, liegt auch nach über 30 Jahren nicht
vor. Hierfür würde es noch einiger weiterer Jahre
Erkundung und eines Genehmigungsverfahrens
bedürfen. Im November 2011 vereinbarten das
Bundesumweltministerium und die Bundeslän-
der, dass bundesweit eine neue, ergebnisoffene Su-
che nach einem geeigneten Standort für ein Endla-
ger durchgeführt werden soll. In die Suche sollen
neben Salz auch weitere geologische Formationen,
z. B. Ton, einbezogen werden.
Was machen die anderen?
In anderen Ländern mit Kernkraftwerken wer-
den auch alternative Gesteinsformationen erkun-
det, da u. a. keine geeigneten Salzvorkommen
vorhanden sind. In Frankreich und in der Schweiz
Karte mit den Standorten Asse,Morsleben,Konrad sowie des Erkun-
dungsbergwerks Gorleben.Quelle:Bundesamt für Strahlenschutz.
Erkundungsbergwerk Gorleben
Schacht- und Sohlensystem in Gorleben
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