Zeitbild Wissen: Kernenergie - Die Situation in Deutschland - page 9

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Zeitbild Wissen
Stimmen gegen die Kernenergie
Seit den 1970er-Jahren entstanden in vielen Ländern
Bewegungen, die die Nutzung von Kernenergie ablehnten,
weil sie Risiken für Bevölkerung und Natur befürchteten. Vor
allem in Deutschland ist diese Bewegung seit über 40 Jahren
sehr aktiv. Die teilweise Kernschmelze im Kernkraftwerk
Three Mile Island 1979 in den USA und insbesondere die
Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 in der Sowjetunion,
heute Ukraine, bestärkten diese Bewegungen in ihrer
Ablehnung. Ab den 1990er-Jahren verlangsamte sich der
Ausbau der Atomkraft deutlich; in Deutschland wurde
im Jahr 2000 vereinbart, die Nutzung der Kernenergie
bis 2024 geordnet zu beenden. Diese Frist wurde von der
Bundesregierung 2010 zunächst wieder verlängert.
Entwicklung weltweit
Nach der Reaktorkatastrophe in Japan legte neben Deutschland auch die Schweiz
verbindlich fest, aus der Nutzung auszusteigen, Deutschland nunmehr beschleunigt bis
zum Jahr 2022, die Schweiz bis 2034. Auch Italien lehnte die Kernenergienutzung erneut
ab. Unter den Staaten, die weiter an der Kernenergienutzung festhalten, sind besonders
Indien und China hervorzuheben. Beide Länder setzen aufgrund ihrer wirtschaftlichen
Entwicklung und ihres großen Strombedarfs auf denAusbau der Kernenergie und planen
zahlreiche neue Kraftwerke. Auch europäische Staaten wie Frankreich, Großbritannien
und Finnland, aber auch die USA halten weiter an der Kernenergie fest und planen zum
Teil, ihre Kernenergiekapazitäten zu ersetzen oder weiter auszubauen.
Standorte von Kernkraftwerken
in Europa
Internationale Zusammenarbeit
Die Internationale Atomenergieorganisation
(IAEO) wurde 1957 mit dem Ziel gegründet, die
internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet
der friedlichen Nutzung der Kernenergie und der
Anwendung radioaktiver Stoffe zu fördern und
gleichzeitig den Missbrauch dieser Technologie
(insbesondere
die
Weiterverbreitung
von
Kernwaffen) zu verhindern. Der Sitz der IAEO ist
in Wien.
Die IAEO befasst sich intensiv mit der
Sicherheit von Kernkraftwerken und anderen
kerntechnischen Anlagen – insbesondere mit
denen in Osteuropa und Asien, wo derzeit die
meisten neuen Kernkraftwerke entstehen. Die
Organisation formuliert und überwacht nicht
nur technische Sicherheitsstandards, sondern
auch zum Beispiel Standards für Gesetze und die
Einschätzung der Sicherheit und desManagements
von Kernkraftanlagen sowie die Verteilung der
Uranvorräte weltweit.
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