Wo bleibt die Entsorgung radioaktiver Abfälle bei der Reorganisation der russischen Atomwirtschaft?

Wo bleibt die Entsorgung radioaktiver Abfälle bei der Reorganisation der russischen Atomwirtschaft?

J. Krone


Auch mit steigenden Staatseinnahmen kann die Finanzierung des Ausbaus der russischen Kernenergiewirtschaft als gesichert angesehen werden. Maßgeblich für die Entscheidung neuer Investitionen ist der Nachweis, dass die Kernenergie hinsichtlich ihrer Rentabilität Investitionen in die Erschließung neuer Gasfelder bei Weitem übertrifft.

Lange Zeit war offen, wie die ungelösten Fragen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle in den Reorganisationsprozess der russischen Nuklearwirtschaft eingeordnet werden. Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen die Anstrengungen der Rosatom-Führung, wichtige Grundlagen für eine nachhaltige Entsorgung radioaktiver Abfälle zu schaffen. Ende Juni 2008 haben die Ausschüsse des russischen Parlaments die Beratungen zu dem von Rosatom eingebrachten Gesetzentwurf über die Entsorgung radioaktiver Abfälle aufgenommen, der die rechtlichen Voraussetzungen für ein nachhaltiges nationales Entsorgungssystem beinhaltet. Als Rosatom-Tochter wurde das staatliche Entsorgungsunternehmen FGUP "RosRAO" (Alleiniges Föderales Staatsunternehmen "Russische Radioaktive Abfälle") gegründet, das zukünftig auch für die Endlagerung radioaktiver Abfälle zuständig sein soll.

Dabei wurden maßgeblich Empfehlungen des Tacis-Projektes R4.04/04 "Strategy Definition for Russian Federation NPP Back End Radioactive Waste Management, including Draft Legislation and Institutional Framework" aufgegriffen, die von einem Konsortium aus 6 westeuropäischen Entsorgungsorganisationen im engen Zusammenwirken mit russischen Experten von Rosatom erarbeitet wurden.

Die vorgenommene Analyse wird mit der derzeitigen Situation bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle in Russland und der daraus abgeleiteten Empfehlungen dargestellt. Zudem werden die jüngsten Schritte zur Errichtung eines nachhaltigen staatlichen Entsorgungssystems für radioaktive Abfälle der russischen Atomwirtschaft erläutert.

© Informationskreis KernEnergie