Sachstandsbericht des FKWest zur Kennzeichnung druck- und aktivitätsführender Bauteile in der Kerntechnik

Sachstandsbericht des FKWest zur Kennzeichnung druck- und aktivitätsführender Bauteile in der Kerntechnik

Forum Kerntechnik West

Anforderungen zur Durchführung/Umsetzung der Kennzeichnung druck- und aktivitätsführender Bauteile (auch Stempelungen genannt) im Zuge der Qualitätssicherung finden sich in den Regelwerken des Kerntechnischen Ausschusses (KTA) sowie in kraftwerksspezifischen Regeln, wie z. B. den Arbeitsvorschriften (AVS), Komponentenspezifikation (KSD) und Werkstoffblättern (WB) des Anlagenerrichters.

Im Gegensatz zur Aussage in einem Fernsehbericht des Magazins Kontraste (rbb-Fernsehen) vom 3. Dezember 2009 zum Thema Sicherheitsmängel am Kernkraftwerk Biblis (fehlende Rohrstempelungen) werden im Atomgesetz (AtG) keine Aussagen zu Qualitätsmerkmalen von Bauteilen generell bzw. zu Stempelfeldern im speziellen getroffen.

Es ist festzustellen, dass aus fehlenden (nicht sichtbaren) Bauteilkennzeichnungen nach Montage keine Qualitätsmängel abgeleitet werden können. Für die genannten Rohrleitungen sollte der Kraftwerksbetreiber die geforderte Zuordnung, Qualität und den Einbauzustand durch Vorlage der entsprechenden Dokumentation nachweisen können. Außerdem ist die Aussage unzutreffend, dass das Stempelfeld Angaben zur Festigkeit enthält.

Im letzten Teil des Kontraste-Berichtes wird eine Verbindung zu einem Störfall in Biblis von 1995 gezogen. Hierbei handelte es sich um eine Leckage an der Einspeiseleitung des Volumenregelsystems, die aber so gering war, dass keine Sicherheitssysteme zur Beherrschung des Ereignisses erforderlich waren. Ursache der Leckage war Ermüdung infolge einer nicht vorhergesehenen thermischen Wechselbeanspruchung der Rohrleitung, die in keinem Zusammenhang mit dem verwendeten Rohrleitungsmaterial stand.