atw - Februar 2016

Themen im Februar 2016:

Deutsches Regelwerks angesichts der Entwicklungen weltweit
Sicherheitsanalyse mit RETRAN für den OPR1000
Gefilterte Druckentlastung
Kernkraftwerke: Sicherer und effizienter Rückbau
Finnland sieht Fortschritte bei wichtigen Nuklearprojekten

Fortschrittliches Finnland sieht Fortschritte bei wichtigen Nuklearprojekten

David Dalton 

Finnland zeigt sich in Sachen Kernenergie fortschrittlich: Das Kernkraftwerksprojekt Hanhikivi-1 ist auf gutem Weg der Realisierung und die behördliche Genehmigung für die Errichtung eines Endlagers für abgebrannte Brennelemente wurde erteilt - es ist dies das erste Endlager für diese Abfälle weltweit. Hanhikivi-1 soll als sechstes Kernkraftwerk des Landes errichtet werden. Der für die Genehmigung zuständige Leiter von Fennovoima, Janne Liuko, erwartet die Baugenehmigung für die Generation-III-Anlage Ende 2017. Der Genehmigungsantrag wurde mit beim zuständigen finnischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft im Juni 2015 gestellt.

Aktualisierung des deutschen Regelwerks angesichts der Entwicklungen innerhalb der EU und weltweit

Kay Nünighoff

Die Sicherheitsanforderungen an Kernkraftwerke wurden im Jahr 2012 nach mehr als zehn Jahren Entwicklung veröffentlicht. Internationale Entwicklungen auf dem Gebiet der kerntechnischen Sicherheit flossen in deren Entwicklung ein. Die kontinuierliche Verbesserung ist ein wichtiger Grundsatz der kerntechnischen Sicherheit. Somit muss auch das kerntechnische Regelwerk entsprechend neusten Erkenntnissen im Bereich der kerntechnischen Sicherheit fortgeschrieben werden. In diesem Artikel wird beschrieben, wie der internationale Stand von Wissenschaft und Technik verfolgt wird und internationalen Entwicklungen ins deutsche kerntechnische Regelwerk einfließen.

Alle Jahre wieder“ – Zum EuGH-Urteil vom 15. Oktober 2015 betreffend das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz und dem nach wie vor unzureichenden Zugang zu deutschen Gerichten

Ulrike Feldmann

Das Urteil betreffend das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz war mit Spannung erwartet worden. Die EU-Kommission hat mit ihrer Klage die deutschen Regelungen zur Präklusion und zur Rügefähigkeit von Verfahrensfehlern auf den Prüfstand gestellt. Schon in seinen Urteilen „Trianel“ und „Altrip“ hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) über das Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz (UmwRG) zu befinden. Das Gesetz regelt die Umsetzung von EU-Recht und Aarhus-Konvention hinsichtlich des Zugangs zu Gerichten für anerkannte Umweltverbände. Wieder hat der EuGH mit seinem Urteil die Besonderheiten des deutschen Verwaltungsverfahrens- und Verwaltungsprozessrechts etwas mehr eingeebnet und den Zugang zum Verwaltungsgericht für Umweltverbände weiter geöffnet.

Sicherheitsanalyse mit RETRAN zur optimierten Festlegung von Drucktoleranzen für den Reaktortyp OPR1000

Jong Woon Park

Die Ermittlung von anwendungsnahen Toleranzen für den Auslegungsdruck des Druckhalters ist angebracht, um den Aufwand für ansonsten notwendige Experimente und Tests zu optimieren. Eine Erhöhung der Toleranzwerte erfordert eine Bestätigung durch Sicherheitsanalysen. Bestehende Methoden für diese Sicherheitsanalysen sind durch stark konservative Annahmen hinsichtlich dieses Ziels eingeschränkt. Daher wurden zwei Wege beschritten: Mit dem Analysecode CESEC wurde Ergebnisse mit erhöhter Ventildurchflussrate sowie verlängerter Auslaufzeit der Reaktorkühlmittelpumpen ermittelt. Zudem wurde der Rechencode RETRAN für eine realitätsnahe Anwendung angepasst.

Untersuchung von Kühlmittelverluststörfällen beim Druckwasserreaktor mit der „Dynamic Best-Estimate Safety Analysis“ (DYBESA)-Methode zur Berücksichtigung von Unsicherheiten in TRACE

Michael Sporn und Antonio Hurtado 

Bei einem Kühlmittelverluststörfall in einem Kernkraftwerk müssen alle Unsicherheiten berücksichtigt werden, die einen starken Einfluss auf den Unfallhergang haben. Beispielhaft weisen die Eingabedaten eines Rechenmodells Unsicherheiten auf. Weiterhin enthält die eingesetzte Software Unsicherheiten bei der Beschreibung von physikalischen Modellen. Die Anwendung der “Dynamic Best-Estimate Safety Analysis” (DYBESA)-Methode wird vorgestellt, mit der die Unsicherheiten des thermo-hydraulischen Programmes TRACE quantifiziert werden können. Zur Demonstration wurde der Bruch einer DN 700 Hauptkühlmittelleitung eines Druckwasserreaktors nachgerechnet, wobei verschiedene Bruchformen und Größen untersucht wurden.

Der Einfluss der gefilterten Druckentlastung auf den möglichen Umfang anlagenexterner Kontamination bei einem schweren Reaktorstörfall

Ju junge Jeon und Jai-ki Lee

Unter dem Eindruck des Reaktorunfalls in Fukushima wird in einigen Ländern erwartet, dass den Umfang der Notfallplanungszone teils deutlich erweitert wird. Bei Einsatz geeigneter Vorsorgemaßnahmen zur Minimierung von Folgen schwerer Reaktorunfälle, können solche Maßnahmen entfallen bzw. werden erheblich weniger aufwendig. Die International Nuclear Safety Advisory Group (INSAC) schlägt dazu vor, die Folgen schwerer Reaktorunfälle auf die Umgebung durch die Installation der gefilterten Druckentlastung zu minimieren. Der PSA-Code MACCS2 wurde verwendet, um mit und ohne diese Maßnahme die effektive Strahlendosis als Maßstab für die Größe der Notfallplanungszone zu ermitteln.

Rolf Janke, Uwe Stoll und Claudius Grasnick

Die anlagenübergreifenden schweren Störfälle in Fukushima haben sowohl auf Versäumnisse bei der weltweiten Umsetzung von bestehenden internationalen Sicherheitsstandards und Kontrollmechanismen als auch auf neue Sicherheitsaspekte hingewiesen. Nach den Unfällen von Fukushima kamen u.a. folgende Sicherheitsaspekte verstärkt in den Fokus, u.a.: Robustheit gegenüber auslegungsüberschreitenden Einwirkungen von innen und von außen; Ausreichende Sicherheitsmargen gegen unvorhergesehene Einwirkungen und Ausfällen; Erhöhte Karenzzeiten; Inhärente und passive Wirkungsmechanismen; Erhöhte Autonomie des Kraftwerksstandortes; Überbrückung des Langzeitausfalls der gesamten AC; Management von schweren Störfällen; Minimierung radioaktiver Emissionen. Technologien für die Nachrüstung sind verfügbar und werden individuell in den einzelnen Ländern umgesetzt.

Kernkraftwerke: Sicherer und effizienter Rückbau

Helmut Huger und Richard Woodcock

Die Stilllegung und der Rückbau kerntechnischer Anlagen umfassen mehrere Phasen, die Behörden, Betreiber und Dienstleister regelmäßig vor große Herausforderungen stellen. Maximale Sicherheit muss jederzeit gewährleistet sein. Dazu zählt auch ein zuverlässiges Zeit- und Kostenmanagement. Sorgfältige Planung und genaue Kenntnis der geltenden Normen und Vorschriften sowie der besten verfügbaren Techniken, Verfahren und Strategien zur praktischen Durchführung sind daher von elementarer Bedeutung. Unabhängige Expertise und ein internationaler Erfahrungsaustausch helfen den Verantwortlichen, anspruchsvolle Projekte weltweit umzusetzen. Das gewährleistet auch die Sicherheit für Mensch und Umwelt in jeder Rückbauphase. Ein Überblick zu verschiedenen Rückbauoptionen und den zugehörigen Herausforderungen wird gegeben.

AMNT 2015 Key Topics: Enhanced Safety & Operation Excellence

Anke Traichel

Zusammenfassender Bericht der Technical Session “ Operation and Safety of Nuclear Installations, Fuel | Special Issues ” des 46th Annual Meeting on Nuclear Technology, Berlin, 5. bis 7. Mai 2015. Berichte zu den weitern Session sind in früheren Ausgaben der atw erschienen bzw. werden in kommenden Ausgaben veröffentlicht.

Vertiefungskurs 2015: Kostenoptimierung im Rahmen einer guten Sicherheitskultur

Matthias Rey

Der Vertiefungskurs 2015 des Nuklearforums Schweiz beleuchtete die Möglichkeiten von Kernkraftwerken bei der Kostenoptimierung unter der Prämise der in der Schweiz gelebten Sicherheitskultur. In vier Blöcken wurden politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, betriebswirtschaftliche und technische Optimierungsmöglichkeiten, die Rolle des Personals sowie organisationale Voraussetzungen erörtert.

 

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