JAHRESTAGUNG KERNTECHNIK 1999 eröffnet

Karlsruhe, 18.05.1999

Heute beginnt in Karlsruhe die diesjährige JAHRESTAGUNG KERNTECHNIK, bei der mehr als 1.000 Experten aus 21 Ländern alle aktuellen Fragender Kernenergienutzung diskutieren werden.

Bei der Eröffnung kritisierte der scheidende Präsident des Deutschen Atomforums, Dr. Wilfried Steuer, die "Hauruckpolitik" des Bundesumweltministers, die "Kettenreaktionen" ausgelöst habe, die der Minister offenbar nicht überblickt hat. Steuer wörtlich: "Der NameTrittin hat bisher für einen Konfrontationskurs gestanden." Bundeswirtschaftsminister Werner Müller habe sich dem gegenüber immer für einen Konsens ausgesprochen. Steuer begrüßte dies und gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich der Wirtschaftsminister mit diesem Kurs inder Regierung durchsetzen werde.

Die Vorstellung, Deutschland atomstromfrei machen zu können, bezeichnete Steuer als Illusion: "In einer Zeit der Globalisierung eines zusammenwachsenden Europas und offener Märkte kann dies nur realitätsfremd sein. Ein Ausstieg aus der deutschen Kerntechnik wäre kein Ausstieg aus dem Verbrauch von Atomstrom in Deutschland. Selbstverständlich würden die deutschen Bürger nach wie vor Atomstrom verbrauchen, nur dass er im Ausland erzeugt würde und dass dort die wirtschaftliche Wertschöpfung stattfände. Der Ausstiegskurs der jetzigen Regierung spiegelt insofern ein "altes Denken" wider. Der nationale Alleingang passt vielleicht noch in geschlossene Versorgungsgebiete in gänzlich souveränen Staaten. In einem sich integrierenden Europa mit freien Energiemärkten ist ein energiepolitischer Alleingang nicht mehr zeitgemäß."

Dr. Steuer betonte in seiner Rede die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der Kernenergie für Deutschland: Sie leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der Energiewirtschaft und der Wirtschaft insgesamt im europäischen Binnenmarkt. Darüberhinaus vermieden die deutschen Kernkraftwerke jährlich die Abgabe von rund 160 Millionen Tonnen Kohlendioxid: "Das ist soviel wie die jährlichen Emissionen des gesamten deutschen Straßenverkehrs. Seit Anfang der 60er Jahre bis heute wurden in Deutschland insgesamt fast 2,8 Billionen Kilowattstunden Strom aus Uran und Plutonium gewonnen und so der Atmosphäre mehr als zwei Milliarden Tonnen Kohlendioxid erspart."

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