Zahl der Atomkraftgegner sinkt

Berlin/Bonn, 28.09.1999

Rechneten sich 1992 noch 18,6 Prozent der Bevölkerung vom 14. Lebensjahr an zu den Gegnern der Kernkraft, so sind es 1999 nur noch 11,8 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Informationskreises Kernenergie erhoben hat. Die Studie wurde heute (Dienstag, 28. September) im "Forum im Pressehaus" in Bonn präsentiert.

Die Allensbach-Studie macht deutlich, dass insbesondere in der Jugend die Zahl der Kernkraftgegner rückläufig ist. In der Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen Westdeutschen sank die Zahl der Gegner seit 1990 um zwölf Prozentpunkte. Lehnten 1990 noch 29 Prozent Kernenergie ab, so sind es 1999 nur 17 Prozent. In der Altersgruppe der 30- bis 44-jährigen waren 1990 noch 26 Prozent gegen Kernkraft; 1999 sind es 16 Prozent. Um fünf Prozentpunkte ging die Zahl der 45- bis 59-jährigen Anti-Kernkraftbewegten zurück (1990: 18 Prozent, 1999: 13 Prozent). In der Bevölkerungsgruppe der 60-jährigen und älteren Bürger sank die Zahl der Gegner von 14 Prozent (1990) auf acht Prozent (1999).

In der Ausstiegsdebatte wird deutlich, dass nur die Anhängerschaft von "Bündnis 90/Die Grünen" auf einer schnellen Stilllegung der Kernkraftwerke besteht. Die Antworten auf die Fragen "Sollte man so rasch wie möglich aus der Kernenergie aussteigen, oder sollte man sich damit Zeit lassen, oder sind Sie ganz gegen den Ausstieg aus der Kernenergie?" zeigen, dass nur jeder vierte Bundesbürger einen raschen Ausstieg fordert. Die große Mehrheit der Anhänger von SPD und CDU/CSU geht davon aus, dass ein Ausstieg nur langfristig möglich ist.

57 Prozent der Befragten bezweifeln, dass ein deutscher Alleingang Sinn macht. 27 Prozent sind gegenteiliger Meinung und 16 Prozent sind unentschieden. Den Ausstiegskurs der Bundesregierung hält die Mehrheit der Befragten (38 Prozent) für unvernünftig. Weitere 29 Prozent sind unentschieden, 23 Prozent halten den Kurs für vernünftigund zehn Prozent machen keine Angaben.

Bei den Vorstellungen der Bevölkerung über die Sicherung der Energieversorgung in den nächsten 20 bis 30 Jahren werden wesentliche Beiträge erwartet: von der Sonnenenergie (64 Prozent), vom Erdgas (62 Prozent), von der Windenergie (56 Prozent), von Wasserkraftwerken (44 Prozent), Kernkraftwerken (42 Prozent), Erdöl (42 Prozent), Kohle (26 Prozent), Stromimporten (25 Prozent).

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