Das Deutsche Atomforum begrüßt Finnlands Entscheidung für die Kernenergie

Berlin, 24.05.2002

Das finnische Parlament hat heute für den Bau eines fünften Kernkraftwerks gestimmt. Die Abgeordneten in Helsinki schlossen sich damit der Grundsatzentscheidung der Regierung vom Januar 2002 an. Das Deutsche Atomforum (DAtF) wertet das Abstimmungsergebnis als eine Entscheidung mit Weitblick. "Die Finnen haben unter Abwägung aller Argumente eine verantwortungsvolle Lösung für ihre drängenden Energieprobleme gefunden", kommentierte der Präsident des Deutschen Atomforums, Dr. Gert Maichel, die heutige Entscheidung. "Angesichts eines bald notwendigen Neubaus von Kraftwerken ist die Entscheidung Finnlands durchaus richtungsweisend für Europa", betonte Maichel. Sie zeige, dass die Kernenergie als Option nicht von vorne herein ausgeklammert werden könne.

Der neue finnische Reaktor wird ohne staatliche Beihilfen ausschließlich durch das Energieversorgungsunternehmen TeollisuudenVoima Oy (TVO) finanziert. Je nach Leistung der neuen Anlage beziffert das Unternehmen die dafür notwendigen Investitionskosten zwischen 1,7 und 2,5 Milliarden Euro. "Der Neubau des finnischen Kernkraftwerkes ist der deutliche Beweis für die Wirtschaftlichkeit der Kernenergie in einem liberalisierten Strommarkt", so Maichel. Voraussetzung hier für seien langfristig stabile und kalkulierbare ökonomische Rahmenbedingungen.

Nach Schätzungen des Verbandes der finnischen Energieindustrie (Finergy) wird die inländische Stromnachfrage bis 2015 auf 97 Milliarden Kilowattstunden steigen. Das entspricht einer Zunahme um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vergleichswert von 1999. In Verbindung mit der Schließung älterer Anlagen bedeutet dies für Finnland einen zusätzlichen Bedarf von 3.800 Megawatt Erzeugungskapazität. Der neue Reaktor wird erheblich zur Deckung dieses Bedarfs beitragen, die Rohstoffabhängigkeit vom Ausland schmälern und gleichzeitig helfen, die Klimaschutzziele zu erfüllen.

DEUTSCHES ATOMFORUM E.V.

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