Transparente Öffentlichkeitsarbeit auch in Gorleben!

Berlin, 04.06.2003

Sehr geehrter Herr Minister,

nach der Schließung der Informationsstelle zur Nuklearen Entsorgung des Bundesamtes für Strahlenschutz in Gartow vor wenigen Monaten soll nun auch die Informationsarbeit an der Schachtanlage Konrad und am Erkundungsbergwerk Gorleben drastisch eingeschränkt werden.

Wie ich erfahren musste, hat der Präsident des Ihrem Ministerium unterstehenden Bundesamtes für Strahlenschutz, Herr Wolfram König, angeordnet, von jetzt an nur noch jeweils einer Besuchergruppe pro Woche die Besichtigung der Schachtanlagen Konrad und Gorleben zugestatten. Dies steht im krassen Widerspruch zu Ihren eigenen Grundsätzen von Transparenz, Offenheit und Beteiligung. Die Information der Öffentlichkeit ist ein essenzieller Bestandteil für die von Ihnen geforderte breite Akzeptanz eines Endlagers für radioaktive Abfälle in Deutschland. Die Bevölkerung muss in angemessenem Umfang die Möglichkeit haben, Zugang zu dem erreichten Wissen in der Endlagerforschung zu erhalten. Die bisherige Praxis hat sich bewährt. Das Erkundungsbergwerk Gorleben zählte allein im vergangenen Jahr rund 4.000 Besucher. Diese Zahl belegt das große Interesse und den hohen Informationsbedarf vieler Menschen in unserem Land. Mit der jetzt getroffenen Anordnung leistet die Ihnen unterstellte Behörde der Vermutung Vorschub, dass der Zugang zu Informationen über die Eignung des Standorts Gorleben, an der nach allen bisher vorliegenden Erkenntnissen kein Zweifel besteht, der Öffentlichkeit vorenthalten werden soll. Deshalb bitte ich Sie dringend, dafür Sorge zu tragen, die Anordnung der Zugangsbeschränkung zum Standort wieder aufzuheben und zur bisherigen Praxis zurückzukehren.

Berlin, 4. Juni 2003

Dr. iur. Gert Maichel
Präsident Deutsches Atomforum e.V.

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