Drei Jahre Moratorium Gorleben: Die Uhr tickt

Berlin, 30.09.2003

Die ersten drei Jahre des über die Salzstockerkundung in Gorleben verhängten Moratoriums sind verstrichen, ohne dass Deutschland auf dem Weg zur Realisierung eines Endlagers für hochaktive Reststoffe auch nur einen Schritt voran gekommen ist. Im Gegenteil: Durch die Zwangspause in der Endlagersuche droht das umfangreiche Know-how in diesem Forschungsbereich Stück für Stück wegzubrechen. Am 1. Oktober 2000 wurden die Erkundungsarbeiten in Gorleben für einen Zeitraum von mindestens drei bis längstens zehn Jahren unterbrochen, weil die Bundesregierung darauf besteht, zunächst noch verschiedene endlagerspezifische Fragestellungen allgemeiner Art klären zu lassen.

Das Deutsche Atomforum fordert deshalb die Bundesregierung auf, die Beantwortung der Zweifelsfragen zügig anzupacken, um so den Weg für eine abschließende Bewertung des Salzstockes Gorleben freizumachen. Alle bisher gewonnenen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass der Salzstock Gorleben für die Aufnahme hochaktiver Abfälle geeignet ist. Das hat die Bundesregierung in der Vereinbarung mit den Energieversorgungsunternehmen bestätigt. Auch die immer wiedergeforderte Akzeptanz für das Endlager ist in weiten Teilen der ortsansässigen Bevölkerung sowie in der Landesregierung vorhanden.Gorleben wurde anhand eines Kriterienkatalogs und unter Beteiligung der Öffentlichkeit aus mehr als 200 untersuchten Salzstöcken ausgewählt.

Die Uhr tickt: Die von der Bundesregierung verlangten Zwischenlager an den Kraftwerksstandorten sind in ihrer Betriebsgenehmigung auf 40 Jahre beschränkt. Bis spätestens 2030 muss das Endlager zur Verfügung stehen. Der Bund, der nach dem Atomgesetz für die Bereitstellung eines Endlagers verantwortlich ist, darf also keine Zeit verlieren. Deshalb bleibt die Bundesregierung aufgefordert, das Thema Endlagerung auch im Interesse künftiger Generationen nicht auf die lange Bank zu schieben.

DEUTSCHES ATOMFORUM E.V.

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