Deutschland international bei Kernenergie isoliert

Berlin, 23.11.2006

"In Europa findet ein positiver Umschwung zu Gunsten der Kernenergie statt. In Deutschland ist diese Entwicklung noch politisch blockiert.", fasste heute Dr. Walter Hohlefelder, Präsident des Deutschen Atomforums, die Botschaft der internationalen Konferenz "Europa investiert wieder in die Kernenergie" in Berlin zusammen. "Wie auch der jüngste G8-Gipfel wieder gezeigt hat, isoliert sich Deutschland mit seinem energiepolitischen Sonderweg immer mehr. Weder Europa noch der Rest der Welt lassen sich vom deutschen Kernenergieausstieg beeindrucken.", führte Hohlefelder weiter aus.

"Seit dem deutschen Ausstiegsbeschluss im Jahr 2000 haben sich die globalen Rahmenbedingungen für die Energieversorgung entscheidend verändert.", erläuterte Hohlefelder. Die weltweite Nachfrage nach Energie wächst rasant. Entsprechend verschärft sich der Wettbewerb um Primärenergieträger und Produktionsstandorte. Letztere sind auf eine versorgungssichere und preiswürdige Energieversorgung angewiesen. Gleichzeitig wachsen mit dem größer werdenden Energieverbrauch die Herausforderungen an die Klimavorsorge. Praktisch alle führenden Industrienationen tragen diesen gewachsenen Herausforderungen Rechnung, in dem sie wie zum Beispiel Frankreich, Großbritannien, die USA und Japan auch auf den Neubau von Kernkraftwerken setzen. Zudem sind bei bestehenden Kernkraftwerken weltweit mittlerweile Laufzeiten von 40 bis 60 Jahren üblich. Zum Vergleich: für die im internationalen Vergleich bei Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit mit führenden deutschen Anlagen sind im Durchschnitt Laufzeiten von 32 Jahren vorgesehen.


"Auch in Deutschland muss über den Beitrag, den die Kernenergie zu einem wirtschaftlichen, sicheren und umweltverträglichen Energiemix leistet, wieder offen und pragmatisch diskutiert werden. Der nationale Energiegipfel bietet hierzu eine sehr große Chance. Wir sollten sie nutzen.", sagte Hohlefelder.

Deutsches Atomforum e. V. (DAtF)

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