Studie ohne neue Erkenntnisse zur Verursachung von Krebserkrankungen bei Kindern

Berlin, 08.12.2007

Am gestrigen Freitag (7.12.2007) wurden im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) Vertretern der Energieversorgungsunternehmen die Ergebnisse einer Studie zur Krebserkrankung von Kindern, die in der Nähe von Kernkraftwerken wohnen, vorgestellt. Mit der Erarbeitung der Studie wurde im Jahre 2003 das Deutsche Kinderkrebsregisterder Johannes Gutenberg-Universität Mainz durch das BMU beauftragt.

Wie die Autorin, Professor Dr. Maria Blettner, bei dieser Vorstellung der Ergebnisse ausdrücklich betonte, ist aus den rein statistisch-mathematischen Modellbetrachtungen kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Kernkraftwerken und Auftreten von Krebserkrankungen bei Kindern ableitbar. Auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stellte in einem Informationsschreiben an Behörden sowie Betreiber von Kernkraftwerken fest: "Aus den Ergebnissen kann (…) kein Ursachenzusammenhang abgeleitet werden."

Nach Auskunft der Wissenschaftler erfasst die Studie in einem rein statistisch-mathematischen Modell Krebserkrankungen von Kindern unter fünf Jahren und ordnet sie einem Entfernungskriterium zu. Die Statistik zeige in einem Zeitraum von 23 Jahren 37 Fälle von Leukämieerkrankungen an insgesamt 16 Kernkraftwerk-Standorten. Wegen der geringen Fallzahlsei eine standortspezifische Auswertung nicht möglich. Daher seien die Standorte im Modell zu einem fiktiven gemeinsamen Standort zusammengefasst worden. Bei dieser modell-theoretischen Betrachtung ergäbe sich eine Häufung von Leukämieerkrankungen im Umkreis von fünf Kilometern um den Standort. Die Autorin wies darauf hin, dass nicht auszuschließen sei, dass dieser Effekt das Ergebnis von nicht berücksichtigten Einflüssen oder reinem Zufall sei.

Ähnliche Studien mit vergleichbaren Modellansätzen zeigen Häufungen von kindlichen Leukämiefällen beispielsweise auch an Standorten ohne kerntechnische Anlagen.


Deutsches Atomforum e. V. (DAtF)

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