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Forschungsförderung Kernenergie 1956 bis 2010: Anschubfinanzierung oder Subvention?

M. Weis, K. van Bevern, Th. Linnemann

In der öffentlichen Diskussion über den Einsatz und den Nutzen der Kernkraftwerke wird immer wieder behauptet, die Kernenergie habe bis heute öffentliche Subventionen erhalten. Nur deshalb sei Strom aus Kernkraftwerken wirtschaftlich. Diese Aussage ist falsch. Verschiedene Bundesregierungen, auch die einer Förderung der Kernenergie unverdächtige ehemalige Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder und Vizekanzler Joschka Fischer in 2002, haben dies unmissverständlich erklärt. Tatsächlich hat die Kernenergienutzung in Deutschland bis heute inflationsbereinigt bei einem angenommenen durchschnittlichen Produktionskostenvorteil von 2 Cent/kWh der deutschen Volkswirtschaft rund 90 Mrd. Euro erspart. Könnten die 17 noch vorhandenen Kernkraftwerksblöcke auch die zweite Hälfte ihrer technischen Lebensdauer von mindestens 60 Jahren ausnutzen, würden bei einem Produktionskostenvorteil von 6 Cent/kWh (wegfallende Abschreibungen und steigende Marktpreise durch Einbeziehung von CO2-Kosten) nochmals rechnerisch 270 Mrd. Euro (nach heutigem Geld) eingespart werden.

Wohl aber ist die Entwicklung der Kernenergie und ihres Brennstoffkreislaufs mit öffentlichen Fördermitteln unterstützt worden, wie jeder andere heute genutzte Energieträger auch. In diesem Zusammenhang werden extreme Pauschalzahlen genannt, die eine genauere Analyse und Zuordnung rechtfertigen. Dies ist erstmals im Jahr 2004 ausführlich und mit einem Update im Jahr 2008 geschehen. Dieser Beitrag beinhaltet ein weiteres Update auf das Jahr 2011 und Hinweise auf die aktuelle Diskussion.

Für FuE-Arbeiten, die der LWR-Technologie und ihrem Brennstoffkreislauf zuzuordnen sind, wurden bisher 7,83 Mrd. Euro ausgegeben. Weitere 9,37 Mrd. Euro entfallen auf andere, in Deutschland nicht kommerziell genutzte Reaktoren wie Schnellen Brüter, Hochtemperatur-Reaktor und Kernfusion, die aber von der LWR-Technologie abzugrenzen sind und damit keinen Beitrag zur heutigen Stromversorgung aus Kernenergie geleistet haben und leisten.

Es wird erneut deutlich, dass die eingesetzten FuE-Mittel der öffentlichen Hand als Anschubfinanzierung gedacht waren und dort, wo die einzelnen Technologien sich entfalten konnten, ihren Zweck auch überzeugend erfüllt haben. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Kernenergie-Entwicklung steht mithin außer Zweifel. Daran ändern kerntechnische Entwicklungslinien wie der Schnelle Brüter oder der Hochtemperaturreaktor, die letztlich politischen Entscheidungen zum Opfer gefallen sind, ebenso wenig wie der vom Bundestag im Jahr 2011 beschlossene Kernenergie-Ausstieg binnen 11 Jahren, der jetzt kurz nach dem Ausstieg vom Ausstieg im Herbst 2010 ohne Berücksichtigung von Belangen der europäischen Nachbarstaaten durchgeführt wird.


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