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50 Jahre Deutsches Atomforum

Bild: Dr. Angela Merkel, Dr. Walter Hohlefelder, Dieter H. Marx (Foto: Guido Bergmann)

Dr. Angela Merkel, Dr. Walter Hohlefelder, Dieter H. Marx

Vor 50 Jahren wurde das Deutsche Atomforum e.V. gegründet, um die friedliche Nutzung der Kernenergie in Deutschland zu fördern. Am 1. Juli 2009 beging das Deutsche Atomforum in Berlin seinen 50. Geburtstag. Das runde Jubiläum wurde im Berliner E-Werk, dem ältesten erhaltenen Bauwerk der kommerziellen Stromerzeugung, begangen.

Präsident Dr. Walter Hohlefelder konnte rund 200 hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kernenergiebranche begrüßen, allen voran die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland Dr. Angela Merkel sowie den Festredner des Abends, Professor Dr. Arnulf Baring.


Bild: Dr. Walter Hohlefelder (Foto: Eberhard J. Schorr)

Dr. Walter Hohlefelder, Präsident Deutsches Atomforum e.V.

Präsident Dr. Walter Hohlefelder machte die Notwendigkeit des Ausstiegs aus dem Ausstieg erneut deutlich und wertete die Anwesenheit von Bundeskanzlerin Merkel als wichtiges politisches Signal in dieser Frage. Die friedliche Nutzung der Kernenergie habe zur Entwicklung von Wohlstand und Wohlfahrt unseres Landes beigetragen. Sie tue dies, so Hohlefelder, noch heute und kann das auch in Zukunft, gerade in eher schwierigeren Zeiten leisten. Wenn es beim Ausstieg bliebe, würden schon in der nächsten Legislaturperiode 7 der 17 Kernkraftwerke abgeschaltet werden. Das seien 10 Prozent der Stromproduktion und 20 Prozent der Grundlast. Die Abschaltung würde nicht ohne negative Folgen für den Industrie- und Wirtschaftsstandort bleiben. Hohlefelder rief letztlich dazu auf, endlich die vermeintliche Gegensätzlichkeit zwischen Kernenergie und Erneuerbaren Energien zu überwinden, da man für einen wirksamen Klimaschutz beide Energieformen brauche.


Bild: Dr. Angela Merkel (Foto: Guido Bergmann)

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel verdeutlichte in ihrem mit Spannung erwarteten Grußwort, dass sie für eine pragmatische Herangehensweise auf die Kernenergie plädiere und diese Form der technisch außerordentlich anspruchsvollen Energieerzeugung in unserer Zeit für einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung halte. Sonderwege in Hochtechnologien wie der Gentechnik oder Kernenergienutzung würden dazu führen, dass sich Deutschland international von der Diskussion um Sicherheitsfragen abkoppele.

Merkel gratulierte dem Deutschen Atomforum herzlich zu 50 Jahren sachlicher Informationsarbeit, bei dem dieses auch immer wieder der Sicherheitsaspekt in den Vordergrund gerückt habe. Deutschland sei ein Vorreiter in Fragen der Sicherheitskultur.

Neben einem sich auf 30% erhöhenden Anteil von Strom aus Erneuerbaren Energien bis 2020 sollten die verbleibenden 70% des benötigten Stromes derzeit auch durch Kernenergie gedeckt werden. Die regionale Verteilung der großen industriellen Stromverbraucher spiele hier eine besondere Rolle.

Durch die mit dem Atomausstieg drohende Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte in andere Länder beraube sich Deutschland mit einem Ausstieg letztlich seiner Möglichkeiten, mit hervorragender Technik und gutem Know-how im internationalen Wettbewerb zu punkten. Kernenergie trage aus Sicht der Bundeskanzlerin daher auch dazu bei, dass Deutschland ein zukunftsfähiges Land bleibe.


Bild: Prof. Dr. Arnulf Baring (Foto: Eberhard J. Schorr)

Prof. Dr. Arnulf Baring, Historiker und Publizist

Festredner des Abends war der Publizist und Historiker Professor Arnulf Baring. Er zeichnete ein kontroverses Bild über die Kernenergiedebatte in den vergangenen 60 Jahren bundesdeutscher Geschichte. Besonders die Entwicklung der SPD zeige den Spannungsbogen zwischen Anerkennung und Ablehnung dieser Energieform auf.

Den über die Jahrzehnte gewachsenen Realitätsverlust bei der deutschen Sozialdemokratie belegte Baring mit Zitaten aus Parteitagsbeschlüssen und von führenden SPD-Politikern. An der Kernenergiefrage hätten sich Flügelkämpfe innerhalb der SPD entzündet, die in der Folge zu einer innerparteilichen Zerrissenheit dieser Volkspartei geführt hätten, so Baring. Nur durch die Offenhaltung der Positionierung zur Kernenergienutzung bis Ende der 70er Jahre und die vehemente Ablehnung seit Mitte der 80er Jahre konnte der Zusammenhalt der Sozialdemokraten gesichert werden.

In der heutigen Debatte, in der die SPD eine rein fundamentale Position gegen die Kernenergie eingenommen habe, belege die Überzeichnung der Potenziale Erneuerbarer Energien abermals den sozialdemokratischen Realitätsverlust. Letztlich stimme die heute herrschende Energiedebatte Professor Baring jedoch hoffnungsvoll. Selbst Politiker von SPD und Grünen würden hinter vorgehaltener Hand einräumen, dass sie die Festlegung auf den Ausstieg für einen Fehler halten. Wenn daraus endlich Mut für einen unbefangenen neuen Energiedialog erwachsen könnte, würde es Deutschland gut tun.


Bild: Jubiläumsfeier 50 Jahre Deutsches Atomforum (Foto: Eberhard J. Schorr)

Jubiläumsfeier "50 Jahre Deutsches Atomforum e.V." am 1. Juli 2009 im ewerk, Berlin

Das Deutsche Atomforum setzt sich auch weiterhin mit einem verantwortungsvollen Energiedialog für die Informationsvermittlung zur friedlichen Nutzung der Kernenergie in Deutschland ein. Die Zeit bis zur Bundestagswahl am 27. September 2009 wird weitere Kontroversen zum Thema aufwerfen.

Die Chancen für den Ausstieg aus dem Ausstieg stehen allerdings gut: Kernenergie ist aufgrund ihres Anteils von fast einem Viertel an der deutschen Stromversorgung eine der entscheidenden Säulen im heutigen Strommix. Außerdem kann sich Deutschland ein "weiter so" in der bisherigen Ausstiegspolitik nicht leisten - das hat Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Deutschen Atomforums klar formuliert.

Es bleibt zu hoffen, dass die nächste deutsche Bundesregierung sich einer Neubewertung der Kernenergie öffnet.


 

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