Arten radioaktiven Abfalls und sichere Endlagerung

Juli 2017

Den Vorteilen der zuverlässigen und sauberen Energiegewinnung durch Kernspaltung steht die Herausforderung einer sicheren Endlagerung der radioaktiven Endprodukte gegenüber. Erkundung, Errichtung und Betrieb von Endlagern sind in Deutschland staatliche Aufgaben. Die Kosten für die Entsorgung werden von den Abfallverursachern getragen. Im Fall der Kernkraftwerke erfolgt dies durch die Einzahlung der dafür vorgesehen Mittel zuzüglich eines Risikoaufschlags von 35 Prozent in den „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“, der mit dem Entsorgungsfondsgesetz als Stiftung öffentlichen Rechts gegründet wurde. Die Gesamtsumme, die Anfang Juli 2017 an den Entsorgungsfonds übertragen wurde, beträgt rund 24,1 Milliarden Euro. Aus den Mitteln des Fonds, die dieser selbst verwaltet, werden künftig die Kosten für Zwischen- und Endlagerung einschließlich der Standortauswahl getragen.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten von radioaktiven Abfällen. Auf der einen Seite die hochradioaktiven wärmeentwickelnden Abfälle, zu denen die Brennelemente aus den Reaktoren zählen. Diese machen ungefähr zehn Prozent des anfallenden nuklearen Abfallvolumens aus, enthalten jedoch 99 Prozent der gesamten Radioaktivität.

Die übrigen 90 Prozent des nuklearen Abfalls sind schwach- und mittelradioaktiv. Sie entstehen zum Beispiel bei der Arbeit in Kernkraftwerken – etwa Schutzkleidung, Werkzeuge oder Filter – oder bei deren Rückbau. Auch Medizin, Forschung und Industrie setzen sogenannte Radionuklide ein, die nach ihrer Verwendung fachgerecht als radioaktiver Abfall entsorgt werden müssen.

Für die langzeitsichere Lagerung der Abfälle sind bestimmte geologische Eigenschaften notwendig. International herrscht darüber Einigkeit, hochradioaktive Abfälle in tiefen geologischen Formationen endzulagern, um sie dauerhaft zu isolieren. Dieser Entsorgungspfad wird auch in Deutschland verfolgt. Als Wirtsgesteine kommen Salz, Ton oder Granit in Frage. Gesucht wird in Tiefen von mindestens 300 Metern unterhalb der Geländeoberfläche. Ziel der Tiefenlagerung ist, schädliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt für lange Zeiträume auszuschließen. Außerdem müssen seismische und geologische Bedingungen sowie das Isolationsvermögen des Gesteins stimmen. Deutschland hat sich darüber hinaus entschieden, auch schwach- und mittelradioaktive Abfälle tief untertägig zu lagern.

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