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Eisenerzbergwerk Schacht Konrad - Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle

Dezember 2014


Eisenerzbergwerk Schacht Konrad
Eisenerzbergwerk Schacht Konrad

Für die Aufnahme schwach- und mittelradioaktiver Abfälle wird nach seiner Errichtung das bereits genehmigte Endlager Konrad bei Salzgitter zur Verfügung stehen. Das ehemalige Eisenerzbergwerk ist als Endlager für Abfälle dieser Art bis zu einem Abfallvolumen von 303.000 m³ genehmigt. Seit April 2007 liegt ein bestandskräftiger Planfeststellungsbeschluss vor.

Gegenwärtig wird Konrad zum Endlager ausgebaut. Neben Arbeiten zur Errichtung der übertägigen Infrastruktur, wie dem Bau von Straßen und Gleisanbindung sowie der Anlagen zum Umschlag und zur Prüfung der einzulagernden Abfallgebinde, werden die beiden Schächte saniert und umgerüstet. Unter Tage werden die Infrastruktur, Transportstrecken und ein spezielles Bewetterungssystem für den Einlagerungsbetrieb angelegt sowie Einlagerungskammern aufgefahren und ausgebaut sowie Schachtanlagen umgebaut. Diese Umbaumaßnahmen erfolgen unter Leitung des BfS durch die DBE.


Geologischer Schnitt im Bereich des Schachtes Konrad 2 (Quelle: BGR)
Geologischer Schnitt im Bereich des Schachtes Konrad 2 (Quelle: BGR)

Die eisenerzhaltige Formation am Standort ist vor etwa 135 bis 140 Millionen Jahren entstanden. In einer Tiefe zwischen 800 bis 1.300 Metern bilden eisenerzhaltige Gesteinsschichten mit einer Breite von 8 bis 15 km das Wirtsgestein für die künftig einzulagernden Abfälle. Oberhalb dieser Schichten befinden sich ca. 400 Meter dicke wasserundurchlässige Tonschichten, gefolgt von einer mächtigen Schicht Mergel- und Kalkstein. Diese Schichten bilden die entscheidende geologische Barriere und isolieren die radioaktiven Abfälle langfristig vom Grundwasser und von der Biosphäre. Die geowissenschaftlichen Langzeitsicherheitsprognosen legen dabei einen Zeitraum von mindestens 100.000 Jahren zu Grunde. Die Ergebnisse der Langzeitsicherheitsanalyse zeigen, dass die maximal auftretende mögliche radiologische Belastung für Personen deutlich unterhalb des von der Planfeststellungsbehörde geforderten international anerkannten Maßstabs liegt. Es sind damit aus der Freisetzung von Radionukliden keine nachteiligen Auswirkungen für Mensch und Umwelt zu befürchten.

Das Endlager Konrad wird voraussichtlich in den ersten Jahren des kommenden Jahrzehnts fertiggestellt und in Betrieb genommen. Bis zur Inbetriebnahme von Konrad lagern die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung in Landessammelstellen der Bundesländer, in Forschungseinrichtungen, an den Standorten der Kernkraftwerke oder anderen kerntechnischen Standorten sowie in zentralen Zwischenlagern. Die Abfälle müssen dort ihrer Art und dem radioaktiven Inventar entsprechend konditioniert, also aufbereitet, in je geeignete Behälter verpackt und dokumentiert werden, damit sie die Annahmebedingungen des Endlagers Konrad erfüllen und entsprechend der Bestimmungen für Gefahrguttransporte sicher dort angeliefert werden können.

Für das Endlager Konrad ist eine Betriebszeit von rund 30 Jahren vorgesehen, in der die Abfälle von den verschiedenen Zwischen- und Abfalllagern sowie den Landessammelstellen abgerufen werden. Die Einlagerung wird unmittelbar nach Annahme der Gebinde erfolgen, da für das Endlager nur ein kleines Pufferlager zur Anlieferung und Kontrolle der Abfallgebinde vorgesehen ist.


Zeitleiste

 1965-1976 Eisenerzabbau, 1976 Einstellung aus wirtschaftlichen Gründen.
 1976-1982 Untersuchung des Schachtes auf die Eignung als Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle
 1982 Vorstellung eines Abschlussberichts mit bisher positiven Ergebnissen Antrag auf Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens nach § 9 Atomgesetz (AtG) durch die damals zuständige Physikalisch-Technisch Bundesanstalt (PTB) im Einvernehmen mit der Bundesregierung
 1982-1990 Ausarbeitung der gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsanalyse unter landesbehördlicher Begleitung durch die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH
 1989 Einreichung der Planunterlagen bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde, dem Niedersächsischen Umweltministerium
 1991 Öffentliche Auslegung der Planunterlagen
 1992-1993 Erörterungstermine über insgesamt 75 Verhandlungstage
 2000 Antrag auf Sofortvollzug des Planfeststellungsbeschlusses durch BfS zurückgezogen gemäß Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000
 2002 Reduktion des beantragten Einlagerungsvolumens von 650.000 m³ auf 303.000 m³ durch BfS aufgrund geänderter Abfallprognosen
Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses durch das Land Niedersachsen
 2006 Bestätigung des Planfeststellungsbeschlusses und Zurückweisen aller Klagen von Kommunen und Privatpersonen durch das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg
Nichtzulassung einer Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.
 2007
Bestätigung der Revisionsentscheidung durch das Bundesverwaltungsgericht
Endgültige Rechtskraft der Genehmigung zu Errichtung und Betrieb. Start der Umrüstungsphase der Schachtanlage.
 Nach 2020 Fertigstellung und Inbetriebnahme des Endlagers

Quellen: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), Eigenrecherche


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