
Bedarf an kerntechnischem Nachwuchs in Deutschland
Weltweite Planungsprojekte für KKW-Neubauten
Strahlenexposition durch Nuklearmedizin in Deutschland
Brennstoff-Rückführungsprogamm Russlands mit Unterstützung der IAEA
Welttrend kleiner und mittlerer Kernkraft-Reaktoren
Technischer Aufwand in Deutschlands KKW
Kerntechnischer Nachwuchs in Schweden
Januar 2013
Unmittelbar nach den Reaktorunfällen im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi
im März 2011 beschloss die Bundesregierung die Energiewende, d. h. eine Änderung ihrer
Energiepolitik. Sie ist gekennzeichnet durch einen beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie unter Beibehaltung der Ausbauziele für erneuerbare Energien entsprechend dem
im September 2010 beschlossenen „Energiekonzept 2050“. Im Rahmen der Energiewende 2011 wurde acht Kernkraftwerken die Berechtigung zum Leistungsbetrieb entzogen. Für die verbliebenen neun Kernkraftwerke wurden jeweils Stromerzeugungskontingente und feste Abschalttermine vorgegeben; die letzten Kernkraftwerke müssen nach den Maßgaben
der 13. Atomgesetznovelle spätestens Ende 2022 vom Netz. 2011 trugen die Kernkraftwerke
18 Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei (2010: 22 Prozent).
Mit der wachsenden Zahl abgeschalteter Anlagen kommt deren Rückbau verstärkt in den Fokus.
Der Rückbau von Kernkraftwerken und anderen kerntechnischen Anlagen ist für Deutschland
aber kein Neuland mehr: Es wurden bereits drei Kernkraftwerke und eine ganze Anzahl sonstiger kerntechnischer Anlagen vollständig abgebaut.
Abgeschaltete Kernkraftwerke lassen sich vollständig abbauen, ohne Risiko für die Bevölkerung, die Umwelt und das Personal. Erfahrenes Fachpersonal steht ausreichend zur Verfügung. Die Techniken für den Rückbau sind erprobt. Genehmigung und Management der Stilllegung erfolgen nach eingespielten Vorgehensweisen.
Der Rückbau dauert zehn Jahre oder mehr. Die Betreiber haben für die Kosten von Stilllegung sowie Zwischen- und Endlagerung der radioaktiven Abfälle Rückstellungen gebildet und bereits in der Vergangenheit die Endlager-Erkundung und -Errichtung anteilig zu ihrem Abfallaufkommen finanziert.
Der allergrößte Teil der beim Rückbau
anfallenden Reststoffe kann wiederverwertet oder konventionell deponiert werden. Die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle werden zwischengelagert, bis das Endlager Schacht Konrad betriebsbereit ist. Überdies müssten die im Standortzwischenlager aufbewahrten
Brennelemente grundsätzlich so lange zwischengelagert werden, bis ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Deutschland zur Verfügung steht. Wann dies der Fall sein wird,
lässt sich derzeit nicht zuverlässig abschätzen.