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Hohe Qualifikation, umfassende Schulung und ständige Weiterbildung des Betriebspersonals

November 2013


Simulatortraining (Foto: E. J. Schorr)
Simulatortraining (Foto: E. J. Schorr)

Die deutschen Kernkraftwerke werden von gut ausgebildetem und erfahrenem Personal betrieben. Rund um die Uhr sind etwa zehn Personen mit der Bedienung einer Anlage beschäftigt. Zu jeder Schicht gehören Schichtleiter, Reaktorfahrer und Schichthandwerker. Die Mindestbesetzung ist in den Bundesländern von der jeweiligen Aufsichtsbehörde unterschiedlich vorgegeben. Die Funktion des Strahlenschutzes ist gleichfalls rund um die Uhr besetzt.

Alle Schalthandlungen nimmt in der Regel der Reaktorfahrer vor. Er stellt die Leistung auf den vorgegebenen Wert ein, er fährt die Anlage nach den Anweisungen des Schichtleiters an und ab und er beobachtet alle wichtigen Betriebsparameter. Jede noch so kleine Abweichung vom Normalbetrieb meldet er dem Schichtleiter und führt in Abstimmung mit dem Schichtleiter eventuell erforderliche Korrekturmaßnahmen durch. Alle betrieblichen Vorgänge werden protokolliert.

Das Atomgesetz schreibt in § 7 vor, dass die für die Leitung und Beaufsichtigung des Betriebs sowie der Stilllegung der Anlage verantwortlichen Personen die hierfür erforderliche Fachkunde besitzen müssen. Welche berufliche Qualifikation und welche Zusatzausbildung für die einzelnen Funktionen im Kraftwerk zum Erwerb der Fachkunde erforderlich sind, regelt die „Richtlinie für den Fachkundenachweis von Kernkraftwerkspersonal“ des Bundesumweltministeriums. Sie verlangt umfassendes kerntechnisches Wissen und praktische Erfahrung im Schichtbetrieb des betreffenden Kernkraftwerks und schreibt ein Simulatortraining von mindestens sieben bzw. acht Wochen (für einen Siede- bzw. einen Druckwasserreaktor) vor. Ähnlich wie bei der Pilotenausbildung dient das Simulatortraining dazu, auch solche Vorgänge beherrschen zu lernen, die im Alltag höchst selten auftreten, aber im Bedarfsfall beherrscht werden müssen.

Vor Übernahme der jeweiligen Funktion muss vor einem Prüfungsausschuss die Fachkundeprüfung abgelegt werden. Im Prüfungsausschuss sind auch Behördenvertreter und von ihnen benannte Sachverständige vertreten und können nicht überstimmt werden. Die Ausbildung eines Reaktorfahrers dauert etwa drei Jahre; zuvor muss er eine technische Ausbildung durchlaufen haben.

Mit dem einmaligen Fachkundenachweis hat es nicht sein Bewenden. Entsprechend der „Richtlinie für Programme zur Erhaltung der Fachkunde des verantwortlichen Schichtpersonals in Kernkraftwerken“ des BMU ist eine laufende Weiterbildung des Personals zu absolvieren. Dazu gehört auch ein regelmäßiges Simulatortraining. Dass dieses Konzept erfolgreich umgesetzt worden ist, zeigt sich nicht nur an der hohen Verfügbarkeit der deutschen Kernkraftwerke, sondern auch in der Tatsache, dass es in den 22 Jahren des Bestehens der INES-Skala keine meldepflichtigen Ereignisse oberhalb der Stufe 2 der siebenstufigen Skala gegeben hat und 97,4 % der Ereignisse unterhalb der Skala eingestuft wurden, d. h. keine oder nur eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung hatten..


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