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Gelebte Sicherheitskultur: Kein Zustand, sondern ein Prozess

November 2013


 Mitarbeiter beim Brennelementwechsel im KKW - Foto: Framatome ANP (aus: Fachzeitschrift atw 4/2001)

„Sicherheitskultur ist die Gesamtheit von Merkmalen und Einstellungen bei Organisationen und Individuen, die durchsetzt, dass Sicherheitsfragen von Kernkraftwerken die ihrer Bedeutung als oberste Priorität entsprechende Aufmerksamkeit erhalten “ Das ist die Definition der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA).

Eine umfassende und wirksame Sicherheitskultur bedingt neben hohen Anforderungen an die Auslegung und Qualität der Anlagen eine effiziente, klar gegliederte Betriebsorganisation mit eindeutigen Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, ausreichende Personalkapazitäten sowie hohe Ansprüche an die Qualifikation der Mitarbeiter.

In der Sicherheitskultur kommen das systematische Sicherheitsmanagement seitens des Unternehmens und das Sicherheitsbewusstsein jedes einzelnen Mitarbeiters zusammen. Der gemeinsame Leitgedanke ist: „Wir können und wollen noch besser werden. Fehler sind eine Chance zu lernen.“ In diesem Sinne ist Sicherheitskultur kein einmal erreichter Zustand, sondern ein permanenter Prozess.

Wesentliche Elemente des Sicherheitsmanagements sind:

  • Vorbildfunktion der Betriebsleitung in der Sicherheitsorientierung
  • Offenes, auf Zusammenarbeit ausgerichtetes Betriebsklima
  • Vorausschauende Personalplanung und systematische Aus- und Weiterbildung sowie Wiederholungstraining des Personals
  • Systematische Aufzeichnung, Auswertung und sicherheitsbezogene Verwertung von eigenen und fremden Betriebserfahrungen
  • Im Falle von Fehlern: Transparenz und Offenheit als Voraussetzung für eine umfassende Ursachenforschung und konstruktive Lösungen
  • Periodische, systematische Selbstbewertung der Sicherheitskultur, unter Zuhilfenahme von Indikatoren wie z. B. Häufigkeit ungeplanter Stillstände oder Umsetzungsgrad früher identifizierter Verbesserungsmaßnahmen.

Im Laufe der Jahre haben alle Kernkraftwerksbetreiber die Elemente des Sicherheitsmanagements zu einem geschlossenen Sicherheitsmanagementsystem mit einer selbstlernenden Organisation zusammengeführt. Auch dieses unterliegt der staatlichen Aufsicht.


À propos Auswertung von Betriebserfahrungen: Der Unfall im US-amerikanischen Kernkraftwerk Three Mile Island Block 2 bei Harrisburg im März 1979 hätte vermieden werden können, wenn der Betreiber eine im Jahr zuvor eingetretene Betriebsstörung gleicher Ursache, die aber glimpflich verlaufen war, beachtet hätte.


Internationaler Erfahrungsaustausch fördert die Sicherheitskultur

Die deutschen Kernkraftwerksbetreiber beteiligen sich aktiv am internationalen Erfahrungsaustausch im Rahmen der Betreiberorganisation WANO (World Association of Nuclear Operators). Außerdem werden Meldungen zu meldepflichtigen Ereignissen, die als international relevant eingeschätzt werden, in das von der IAEA zusammen mit der Nuclear Energy Agency der OECD betriebene weltweite Incident Reporting System (Störungsmeldesystem) eingespeist; deutscher Koordinator im Auftrag des BMU ist die GRS, die auch die von der IAEA kommenden Meldungen aus anderen Ländern verteilt. Die Betreiber entsenden auch eigene Experten in internationale Beratungs- und Bewertungsteams der IAEA, die OSART- Missionen (OSART = Operational Safety Review Team), die in anderen Ländern Ratschläge für die Verbesserung der betrieblichen Sicherheit geben. Nach der politischen Wende in den ehemals sozialistischen Ländern Osteuropas beteiligten sich deutsche Kernkraftwerke an Partnerschaftsprogrammen zur Sicherheitsverbesserung in Ostreaktoren. Mehrere deutsche Kernkraftwerke haben auch ihre eigene Betriebsführung von OSART-Missionen auf Herz und Nieren prüfen lassen und erhielten stets eine sehr gute Bewertung sowie Hinweise auf Verbesserungspotenzial.


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