atw - Mai 2018

Themen im Mai 2018:

_Sicherheitskontrollen zur Gewährleistung nuklearer Sicherheit
_Sicherheitsoptimierung der tschechischen WWER-Kernkraftwerke
_Unterwasser-Robotik in Kernkraftwerken
_Der neue CASTOR® geo
_Nuclear Newcomer Türkei und ‘Comeback Kid‘ Japan

Yucca Mountain, USA: Ein Ende der 12-Milliarden-Dollar-Sackgasse?

NucNet

Ein US-Bundesbeirat hat kürzlich einen ersten Schritt in einem möglicherweise langwierigen Prozess eingeleitet, um zu entscheiden, ob das Endlagerprojekt Yucca Mountain, in das seit den 1970er Jahren rund 12 Mrd. $ geflossen sind, endlich als geologisches Tiefenlager realisiert werden soll.

Anwendungen für Sicherheitskontrollen zur Gewährleistung nuklearer Sicherheit

Deeksha Gupta, Karl Waedt und Yuan Gao

Der aktuelle Entwurf der IEC 63096 New Work Item Proposal (NWIP), eine neue nachgelagerte Norm der IEC 62645, unterscheidet zwischen präventiven, detektivischen und korrektiven Sicherheitskontrollen. Der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt auf belastbaren Cybersicherheitskontrollen, die insbesondere für hohe Sicherheitsstufen im Kontext von Advanced Persistent Threats (APTs) erforderlich sind. Der Ansatz entspricht voll und ganz der Nuclear IEC 62859, die Anforderungen an die Koordination von Sicherheit und Cybersicherheit stellt.

EU-Datenschutzgrundverordnung – Was bis zum 25.5.2018 beachtet sein muss(te)

Stefan Loubichi

Mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union beginnt in ein neues Kapitel in der Geschichte des Datenschutzes. Zum 25. Mai 2018 werden wir in der Europäischen Union eine Harmonisierung der Datenschutzbestimmung vorfinden. Mit Geldbußen von bis zu 20 Millionen Euro und Freiheitsstrafen von bis zu 3 Jahren werden die Datenschutzbestimmungen in Zukunft einen hohen Stellenwert haben.

Das neue Strahlenschutzrecht: Alles neu macht der Mai?

Ulrike Feldmann

Erstmalig wurde im vergangenen Sommer ein Strahlenschutzgesetz in Deutschland aus der Taufe gehoben. Die Bundesregierung hatte die Verpflichtung zur Umsetzung der europäischen Strahlenschutzgrundnormen zum Anlass genommen, die Wichtigkeit des Strahlenschutzrechts durch Hochzonen in den Gesetzesrang zu unterstreichen. Dieses Gesetz gilt es nun auf Verordnungsebene mit „Leben“ zu erfüllen, um es für die Praxis anwendbar zu machen. Die Frist zur Umsetzung der EU-Richtlinie war bereits am 6. Februar 2018 abgelaufen.

Kontinuierlicher Prozess der Sicherheitsoptimierung im Betrieb der tschechischen WWER-Kernkraftwerke

J. Duspiva, E. Hofmann, J. Holy, P. Kral und Herr Patrik

Der kontinuierliche Prozess zur weiteren Optimierung der Sicherheit von WWER-Kernkraftwerken in der Tschechischen Republik wird vorgestellt mit wichtigen Meilensteinen und Beispielen für bereits durchgeführte Maßnahmen. Ein besonderer Fokus wird auf die Bewertung und Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen im Anschluss an die „EU-Stresstests“ und F&E-Aktivitäten zur Unterstützung dieses Prozesses gelegt. Als Beispiele werden eine Umsetzung des Konzepts „Auslegungserweiterung ohne Kernschmelze“ und verschiedene Aktivitäten im Zusammenhang mit Strategien zur Vermeidung schwerer Unfälle näher diskutiert.

Unterwasser-Robotik in Kernkraftwerken

Gunnar Fenzel, Dr. Dietmar Nieder und Alexandra Sykora

Das Trennen und Verpacken des Reaktordruckbehälters (RPV) ist ein wichtiger Schritt bei der Stilllegung von Kernkraftwerken. Ziel des Forschungsprojektes Automated Cutting of Reactor Pressure Vessels Internals Using Underwater-Robotics (AZURo) ist es, häufig wiederkehrende Tätigkeiten mit einem Unterwasserroboter zu automatisieren. Das Verbundprojekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es wurde gemeinsam mit der Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV durchgeführt. Das Projekt AZURo begann 2012 und wurde 2016 abgeschlossen.

360° Raumatlas im Kraftwerk Biblis

Jürgen Kircher

Betrieb und Rückbau von Kernkraftwerken stellen Betreiber, Behörden, Gutachter und letztendlich die Ingenieure vor vielfältige Herausforderungen. Unter anderem sind Betrieb und Abbau der stillgelegten Kernkraftwerke zu dokumentieren. Ein hilfreiches Werkzeug ist der Raumatlas. Er ermöglicht es, die Räume in Kernkraftwerken in hochauflösenden 360° HDR Bildern darzustellen und daraus technische Folgerungen abzuleiten.

ELINDER – Europäische Know-how-Initiativen für Stilllegung und Umweltsanierung

Pierre Kockerols, Hans Günther Schneider und Daniela Santopolo

Die Stilllegung kerntechnischer Anlagen ist eine industrielle Aufgabe, die weltweit viele attraktive Karrieremöglichkeiten schaffen wird. Die europäische Industrie hat dazu wichtiges Know-how erarbeitet und kann sich heute auf dem weltweiten Stilllegungsmarkt an der Spitze positionieren. Angesichts der zu erwartenden Ausweitung der Arbeiten sind Anstrengungen erforderlich, um die zugrunde liegenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen zu teilen und zu verbessern und die Verfügbarkeit der erforderlichen Arbeitskräfte für die Zukunft sicherzustellen. Das JRC und ihre Partner im Bereich der Stilllegung haben dazu ein Projekt zur Konsolidierung und Verbesserung bestehender Ausbildungsprogramme gestartet. Das gemeinsame Schulungsprojekt heißt „ELINDER“ (European Learning Initiatives for Nuclear Decommissioning and Environmental Remediation) und wird ab 2018 angeboten.

Der neue CASTOR® geo – eine umfassende Lösung für den Transport und die Lagerung von abgebranntem Kernbrennstoff, MOX und beschädigten Brennelementen

Linus Bettermann und Roland Hüggenberg

Die trockene Zwischenlagerung hat sich in den letzten Jahren weltweit zur gängigen Lösung für abgebrannte Brennelemente entwickelt. Insbesondere die vollständige erforderliche Brennstofffreiheit der Kernkraftwerke vor Stilllegung und Rückbau wird die Nachfrage vor allem für Nicht-Standard-Brennelemente erhöhen. Dazu wird das neue Trockenlagersystem der GNS für internationale Märkte vorgestellt, in das auch MOX-Elemente und beschädigte abgebrannte Brennelemente eingelagert werden können. Das neue CASTOR® geo-System ist eine Produktlinie, die auf standardisierten Modulen und Komponenten mit unterschiedlichen Behälterabmessungen und Korbausführungen basiert.

Optimale ganzheitliche Entsorgungsplanung – Entwicklung eines Berechnungstools

Johannes Schubert, Anton Philipp Anthofer und Max Schreier

Die zu erwartende Menge an radioaktiven Abfällen aus dem Rückbau kerntechnischer Anlagen im bevorstehenden Umfang und der Einlagerung der Abfälle im Endlager Konrad erfordern eine optimierte Planung. Für die Behandlung radioaktiver Rohabfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung stehen verschiedene Konditionierungsverfahren zur Auswahl. Dabei können auch bei gleichem Rohabfall unterschiedliche Abfallmengen und -massen mit unterschiedlichen Eigenschaften anfallen. Eine Optimierung kann hierbei den Prozess begleiten. Der komplexe Prozess kann mit einem Berechnungstool durchgeführt werden, um ein Ergebnis mit geringstmöglichen Volumina zu erzielen.

Bandbreite der thermischen Dimensionierung von Endlagern für hoch radioaktive Abfälle und abgebrannten Kernbrennstoff

Joachim Heierli, Helmut Hirsch und Bruno Baltes

Ein wichtiger Schritt bei der Planung eines Endlagers für hoch radioaktive Abfälle und abgebrannten Kernbrennstoff im tiefen Untergrund ist die thermische Dimensionierung. Die durch Zerfallswärme verursachte Temperaturzunahme kann zu negativen Effekten auf Funktionalität und Langlebigkeit barrierewirksamer Materialien führen. Die vorgestellten Untersuchungen zeigen, dass frühzeitige Entscheidungen bei der Standortauswahl den späteren Handlungsspielraum für die definitive thermische Dimensionierung von Endlagern erheblich einschränken können. Sie zeigen auch, dass technische Lösungen mit deutlich tieferen Temperaturen möglich wären, wenn der Zielsetzung der raumsparenden Auslegung eine geringere Priorität zugeordnet kann, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Schwerionenbestrahlung als Werkzeug zur Minimierung der Anzahl von In-Pile-Tests in der UMo-Brennstoffentwicklung

H. Breitkreutz, J. Shi, R. Jungwirth, T. Zweifel, H.-Y. Chiang und W. Petry

Die Bestrahlung mit schweren Ionen aus einer Beschleunigerquelle ist ein immer häufiger eingesetztes Werkzeug, um schnell und effizient bestimmte Effekte von In-Pile-Bestrahlungstests zu simulieren, wodurch die Komplexität und die hohen Kosten für die Handhabung hochradioaktiver Proben vermieden werden. Am Maier-Leibnitz-Laboratorium (MLL) der Technischen Universität München (TUM) werden seit mehr als 10 Jahren schnelle Schwerionen bei der Entwicklung von Uran-Molybdän (UMo) basierten Forschungsreaktorbrennstoffen eingesetzt. Seitdem wurde die Technik von der Machbarkeit über die qualitative Analyse zur quantitativen Prognose, einschließlich der Spaltgaseinschlüsse, weiterentwickelt.

Nuclear Newcomer Türkei und ‘Comeback Kid‘ Japan weisen den Weg

John Shepherd

Vor etwa 20 Jahren gab es eine Geschichte, die immer wieder auftauchte: „Vergiss das – es wird nie passieren, sie reden schon seit Jahren darüber.“ Thema war die Türkei und ihr Bestreben das erste Kernkraftwerk des Landes zu bauen. Jetzt wurde der erste Beton gegossen mit Baubeginn des ersten Kernkraftwerks in Akkuyu, für das vier Blöcke geplant sind. Fortschritte gab es auch international; in Japan hat KEPCO die Wiederinbetriebnahme des dritten Blocks seines Kernkraftwerks Ohi bestätigt.

 

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